lehren Architektur wahrzunehmen
Die Wahrnehmung von architektonischen Zusammenhängen beginnt für den planenden Architekten in der Entwurfsphase. Teil der Entwurfsarbeit ist, dem geplanten Objekt einen entsprechenden Form- und Sinnzusammenhang zu generieren, das Suchen und Finden der Form und Zweck eines Bauwerkes.
Die Konstruktion ist das Formen und Zusammenfügen aller Einzelheiten zu einem sinnvollen Ganzen.
Die moderne Architektur ist stets auf der Suche nach neuen Materialien und Formen, dabei steht das Ego des Architekten zu oft im Vordergrund.
Der moderne Architekt muss sich ständig neuen Herausforderungen der Technik stellen. Er ist hierbei aber oft überfordert und begibt sich, in seiner verantwortungsvollen Aufgabe, mehr und mehr auf sehr dünnem Eis, da er auf die Wissen anderer Fachleute zurückgreifen muss.
Es gibt nur wenige architektonische Probleme, für die nicht schon in früheren Zeiten Lösungen gefunden wurden.
Der  Architekt sollte sich stets der Erfahrung und des Wissens versichern, die in der Architekturgeschichte enthalten sind und dieses Wissen in seine Arbeit einbeziehen und weiterdenken. Architekturentwürfe, die noch nicht gebaut sind, versuchen etwas auszudrücken und zu vermitteln, das für einen bestimmten Ort gedacht ist, aber noch nicht real existiert.
Gebaute Architektur ist präsent und hat ihren Platz bereits in unser realen Welt gefunden. Jedes neue Bauwerk greift in eine bestimmte Umgebung und historische Situation ein. Ob der Eingriff gelungen ist, hängt davon ab, ob das Neue mit Eigenschaften ausgestattet ist, das mit dem Bestand in ein ausgewogenes Spannungsverhältnis gesetzt wurde von dem, dem sowohl  das Alte, als auch das Neue, in Zukunft profitieren können.
Architektur ist im Moment des Entstehens mit der Gegenwart, einem Ereignis oder einen Ort verbunden. Jedes Bauwerk wird für einen bestimmten Zweck, an einem bestimmten Ort und für eine bestimmte Gesellschaft gebaut.
In einer kurzlebigen, medienüberfluteten, profitorientierten Gesellschaft, die das unwesentliche provokativ zelebriert, muss die Architektur Ihren Widerstand leisten und ihre eigene Sprache sprechen, die aber für jeden verständlich sein sollte.
Viele Fragen bei der Entwurfsarbeit und Materialauswahl beantworten sich schrittweise von allein, wenn sich der Architekt mit der Bauaufgabe, der Funktion, dem Ort und der Umgebung wirklich auseinandersetzt.
Die „absolute (architektonische)“ Wahrheit und Präsens eines Architekturentwurfes, liegt also in den bereits vorhandenen Dingen, der Natur oder den gewachsenen Umgebung, sie muss vom Entwerfer im richtigen Sachverhalt wiedergegeben und vom Betrachter erkannt werden können.
essay written 2006